Anleitung: IP-Adressen auf einem Raspberry Pi konfigurieren

Mit einem Raspberry Pi kannst du Netzwerkeinstellungen entweder automatisch per DHCP beziehen oder eine feste IP-Adresse vergeben. Eine feste IP ist sinnvoll, wenn der Raspberry Pi immer unter derselben Adresse erreichbar sein soll, zum Beispiel für SSH, einen Webserver oder Home-Automation.

Ziel dieser Anleitung: Du lernst, wie du die aktuelle IP-Adresse prüfst, DHCP nutzt und eine statische IP-Adresse auf dem Raspberry Pi einrichtest.

1. Aktuelle IP-Adresse anzeigen

Öffne ein Terminal auf dem Raspberry Pi oder verbinde dich per SSH. Mit folgendem Befehl kannst du die aktuellen Netzwerkadressen anzeigen:

hostname -I

Alternativ zeigt dieser Befehl detaillierte Informationen zu den Netzwerkinterfaces:

ip addr
Tipp: Für WLAN wird meist das Interface wlan0 verwendet, für LAN in der Regel eth0.

2. DHCP und statische IP kurz erklärt

Variante Bedeutung
DHCP Die IP-Adresse wird automatisch vom Router vergeben.
Statische IP Du legst eine feste IP-Adresse manuell fest.

Für viele Standardanwendungen reicht DHCP aus. Wenn du jedoch immer dieselbe Adresse brauchst, ist eine statische IP die bessere Wahl.

3. Statische IP-Adresse konfigurieren

Bei Raspberry Pi OS wird die feste IP häufig über die Datei /etc/dhcpcd.conf gesetzt.

Schritt 1: Konfigurationsdatei öffnen

sudo nano /etc/dhcpcd.conf

Schritt 2: Am Ende der Datei folgende Zeilen ergänzen

Beispiel für LAN über eth0:

interface eth0
static ip_address=192.168.1.50/24
static routers=192.168.1.1
static domain_name_servers=192.168.1.1 8.8.8.8

Beispiel für WLAN über wlan0:

interface wlan0
static ip_address=192.168.1.60/24
static routers=192.168.1.1
static domain_name_servers=192.168.1.1 8.8.8.8
Wichtig: Die gewählte IP-Adresse darf noch nicht von einem anderen Gerät im Netzwerk verwendet werden. Sonst gibt es Adresskonflikte, und das Netzwerk wird zickig.

4. Bedeutung der Einträge

5. Änderungen speichern und übernehmen

In nano speicherst du mit:

Danach den Raspberry Pi neu starten:

sudo reboot

6. Prüfen, ob die neue IP aktiv ist

Nach dem Neustart kannst du die gesetzte Adresse erneut kontrollieren:

hostname -I

Oder detaillierter:

ip addr show eth0

Für WLAN entsprechend:

ip addr show wlan0

7. Häufige Fehler

Beispiel: Wenn dein Router 192.168.178.1 nutzt, sollte dein Raspberry Pi typischerweise ebenfalls eine Adresse wie 192.168.178.x erhalten.

8. DHCP wieder aktivieren

Falls du zurück zu automatischer Adressvergabe möchtest, entferne oder kommentiere die zuvor eingefügten Zeilen in der Datei /etc/dhcpcd.conf wieder aus und starte den Raspberry Pi neu.

9. Fazit

Die Konfiguration einer IP-Adresse auf dem Raspberry Pi ist mit wenigen Schritten erledigt. Für flexible Heimnetzwerke reicht DHCP meist aus. Wenn der Raspberry Pi jedoch dauerhaft erreichbar sein soll, ist eine statische IP-Adresse oft die bessere Lösung.